Der Tick mit dem Geschlechterunterschied

18. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

«Mann und Frau» – Forscher kommen zum Schluss, dass die Unterschiede bisher übertrieben wurden. Männer und Frauen ticken gar nicht so verschieden, heisst der Artikel im Tages Anzeiger vom Freitag 18. Februar 2011.

Bestimmt werden wir schon morgen in der Zeitung lesen: Forscherinnen kommen zum Schluss, dass die Unterschiede zwischen „Frau und Mann“ doch grösser sind, als gedacht? Natürlich werden wir, haben wir auch schon und werden wir immer wieder. Diversity heisst das Thema in der Gender-Forschung. Es wurde im Bildungswesen erst in den letzten Jahren platt gewalzt im Hin und Her zwischen Bubenförderung und Mädchenklassen. Inzwischen gibt es nur noch Befürworter/innen und Gegner/innen – wer hat eigentlich die Debatte gewonnen? Niemand scheinbar: Männer und Frauen ticken gar nicht so verschieden, schreibt Bettina Weber im Bund „Kultur & Gesellschaft“. Jetzt muss ich schleunigst den Artikel dazu lesen…

Inzwischen etwas ganz anderes. Dem gleichen Tagi eingelegt ist eine Hochzeitsbeilage. Da verlese ich mich gleich bei der dritten Unterzeile ziemlich freudsch: Paarung für ein gelungenes Fest, statt Planung… und weiter gehts beim Verlesen: „Diamanten sind die wirkungsvollsten Steine für Traurige.“ statt Trauringe… Wie auch immer. Eine Hochzeitsbeilage passt natürlich wunderbar zum Thema Mann und Frau. Verlesen sich Männer anders als Frauen, das wäre doch auch ein ausgiebiges Studienthema.

Der besagte Artikel zum Thema Geschlechterunterschied bezieht sich auf aktuelle Bücher zum Thema und bezeugt, was wir eigentlich wissen: Forscher sind voreingenommen, Frauen werden noch immer diskriminiert und Hirnforschung ist Neurosexismus. Wer es genauer wissen möchte, muss selber lesen. Vielleicht ist die Autorin geschlechtsbedingt selber ein wenig voreingenommen. Zu dem Schluss komme ich aufgrund ihres defensiven Stils. Er impliziert: „Schon wieder hackt ihr (Männer und böse Frauen) auf uns guten Frauen rum, wie im 17. Jahrhundert, als die medizinische Unterlegenheit der Frau begründet wurde.

Dabei gibt es dem Unterschied – der kleiner als gedacht ausfällt – durchaus Positives abzugewinnen. Indem wir uns persönlich im Kleinen auf die eigenen Bedürfnisse und die unseres nächsten Umfelds besinnen und gewillt sind, ihnen mit Sorgfalt und Verantwortung Rechnung zu tragen, macht der kleine Unterschied plötzlich Sinn für Weiblein und Männlein.

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