WE MISS YOU – ZONA PRIVADA DI CAZA

13. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Freund hat mir einen Rehlink geschickt: http://wemissyou.de/ (Bitte zuerst  ansehen für das Verständnis – worum es geht)

Ein Newsletter hat mir diesen Hirschlink geschickt (nicht zwingend für das Verständnis – da eine ganz andere Sache)

Aber Wild scheint in zu sein. Ich war kürzlich auf Mallorca in einer Finca, da gab es scheinbar frei lebende Hirsche. Ich habe keinen gesehen. Obwohl der Mann dort behauptete sein Lieblingshirsch, den er vor zig Jahren mit der Schoppenflasche aufgezogen habe, käme auf seinen Zuruf hin sofort zur Begrüssung ans Gatter. Im Gang der Finca hingen überall Jagdtrophäen. In Bronce gegossene Angriffe von Jagdhunden auf einen Kapitalhirsch. Geweihe hingen draussen an der Wand und rundherum an jedem Grundstück in wundervoller Natur sind an den Zäunen Tafeln angebracht: Zona privada di Caza (privates Jagdgebiet).
Da fällt mir der Trickfilm Bambi ein. Die Amerikaner sind fast überall Weltmeister, wo es um Grosses geht – auch bei den grossen Gefühlen samt Ausquetschen der Tränendrüsen. Der Rehfilm ist sagenhaft gut gemacht – furchtbar grossartig. Die plakative Emotionalität ist Kitsch pur – aber sie kommt bei den Adressaten an – der kleinste gemeinsame emotionale Nenner unserer amerikanisierten Zivilisation. Das Problem mit dem Paradox zwischen Natur und Kultur stellt sich nicht wirklich so. Eine differenziertere Betrachtungsweise bräuchte Reflexionsarbeit. Die aber sind wohl wenige Menschen im Stande zu leisten. Umso grösser die Anzahl jener, die ihrem Defizit an Naturgefühl auf den emotionalen Knopfdruck hin einen tränenerstickten Seufzer folgen lassen. Das Zeitalter der Romantik ist schon ein paar Jahre vorbei. So schliessen wir der Einfachheit halber die Bambis, Hirsche und Amis in unser klopfendes Herz.

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Krokomobil-Umfrage

7. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Sie kennen diese Anrufe: „Hier ist das Institut so und so. Wir machen eine Umfrage zu (…) Es dauert nur fünf Minuten. Dürfen wir sie fragen (…)? Und schon ist die erste Frage platziert: „War ihr Vater auch ein Krokodil?“ „Und ihr Grossvater?“ „Leben Ihre Eltern zusammen?“ „Wissen Sie, dass bereits 60 % aller Krokodile getrennt leben?“ „Würden Sie ein therapeutisches Seminar besuchen, das das Zusammenleben von Krokodilen erforscht und praktische Erkenntnisse des Zusammenlebens vermittelt?“ „Hatten Sie schon mal Erektionsstörungen?“ Möchten Sie mit Ihrer Partnerin bis zum natürlichen Ableben zusammenbleiben?“ „Wie viele Kleine haben Sie?“ „Möchten Sie wieder als Salzwasserkrokodil geboren werden?“ „Vielen Dank – wir wünschen Ihnen (…)“ Bla, bla, bla und so weiter.“
Die gesammelten Daten ergeben dann ein exaktes Bild des repräsentativen Durchschnittskrokodils. Je genauer man diesem entspricht, umso besser. Denn viele Krokodile reagieren auf Abweichungen überaus gereizt. Es ist seit letztem Jahr übrigens gesetzliche Pflicht, dass die Jungen aus dem Ei ein SMS an die Mutter schicken, um ihr Ausschlüpfen anzukündigen. Nun lungern die Krokodile halt schon als Baby zu Hunderten mit ihren Mobiles in den Sümpfen herum.

Krokodilfedern – ein Krimi

21. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Am sehnlichsten wünsche ich mir eine Stola mit Krokodilfedern.“ flüsterte Désiree direkt in diese dunklen, schmachtenden Augen. „Krokodilfedern“ wiederholte Erol wie in Trance, ohne den Blick von ihr abzuwenden. Er verriet, dass er zu allem bereit war. Der Abschied war eine Tragödie, die Erol fast in den Irrsinn stürzte. Drei Tage irrte er schlaflos von Schwarzmarkt zu Schwarzmarkt auf der Suche nach etwas, das genauso schwierig aufzutreiben war wie über die Grenze zu schmuggeln. Ausser Atem folgte Erol dem vor ihm huschenden Schatten durch schmale Gässchen, über Treppen hinunter in den düsteren Kellerraum. Als sie anhielten, nahmen seine Augen an den Wänden langsam Schleier wahr, die sich im Wind bewegten, den sie mitgebracht haben mussten. Wie fluoreszierende Nebel belebten sie den Raum. Erol wusste sofort, welches die Richtige war für seine Geliebte. Siebzigtausend Federchen vom Flaum bis zur biegsamen Langfeder waren mit Miriaden von Smaragdteilchen zu einer Stola verwoben, wie es sie auf dieser Welt nur einmal gab. Fünfzehn Tausendernoten wechselten Stück für Stück die Hand und wurden mit einem Nicken quittiert. „S’ tuet mer leid“ sagte der Zöllner dem aufgelösten Erol ins kreidebleiche Gesicht. „Krokodilfädere schtönd unter Arteschutz. Es bliib mir nüd anders übrig, als die Schtola z’ konsfisziere.“ Die Worte klingen Erol in den Ohren, als wäre es gestern gewesen. Aber sie haben ihre brutale Wirkung verloren. Seit gut zwei Wochen ist Erol Meier frischgebackener Leiter des Konfiskatoriums der Schweizerischen Eidgenossenschaft.



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